02041-106-0
Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Duisburg-Essen
Welche Risiken birgt eine OP?
 
Bei einem erfahrenen Operateur verläuft eine Schilddrüsenoperation in der Regel komplikationslos. Das allgemeine Operationsrisiko (für Lungenentzündungen, Thrombosen, Herzinfarkte etc.) ist minimal und die OP-Sterblichkeit geht gegen Null. Allgemeine Komplikationen treten in guten Kliniken in einer Gesamthäufigkeit von weniger als 5 Prozent auf.
 
Wundheilungsstörung, Infektion
 
Trotz aller Vorkehrungen und Fortschritte verbleibt auch bei einer Schilddrüsenoperation ein minimales Restrisiko für eine Entzündung oder gestörte Wundheilung. Dieses liegt jedoch unter 2 Prozent. Die meisten Infektionen heilen unter lokaler Behandlung rasch und folgenlos aus.
 
Blutung, Bluterguss
 
Auch kleinere Blutungen oder eine Blutergussbildung können nach einer Schilddrüsenoperation auftreten. Hierdurch kann es zu unangenehmen Druckgefühlen oder zu Problemen beim Atmen kommen. Solche Blutergüsse werden operativ durch den bereits bestehenden Hautschnitt entfernt. Lebensbedrohliche Blutungen sind sehr selten.
 
Stimm- und Sprachstörungen
 
Spezielle Risiken bei Schilddrüsenoperationen sind die Verletzung der kleinen Nebenschilddrüsen sowie Stimm- und Sprachstörungen: Durch die unmittelbare anatomische Nachbarschaft der Schilddrüse zum Kehlkopf und den Stimmbandnerven kann es bei der Operation zu verschiedenen Auswirkungen auf die Stimm- und Sprachbildung kommen.
  
Operations- und narkosebedingte Schwellungen und Reizzustände im Halsbereich bilden sich meist innerhalb weniger Tage zurück.
 
Bei der Schädigung eines Stimmbandnervs kommt es dagegen zu einer Lähmung des zugehörigen Stimmbandes (Recurrensparese). Ist nur eine Seite geschädigt, kann der Patient zwar sprechen und sich mitteilen. Die Stimme klingt jedoch meist heiser bis krächzend. Sind beide Stimmbänder gelähmt (sehr selten), kann zusätzlich Atemnot auftreten. In diesem Fall kann ein so genannter Luftröhrenschnitt (Tracheostoma) erforderlich sein.
 
Je nach Schädigungsursache erholen sich die meisten Paresen wieder von selbst. Sollte es nicht zu einer vollständigen Wiederherstellung der Stimmqualität kommen, kann durch eine gute Stimm- und Sprachtherapie (Logopädie) in der Regel ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden.
 
Das Risiko für eine Nervenverletzung hängt auch von den Operationsverhältnissen ab. Wiederholungs- und Krebsoperationen oder Eingriffe bei sehr großen Strumen gehen im Allgemeinen mit einer höheren Gefährdung einher. Trotzdem liegt das Verletzungsrisiko für den Stimmbandnerv bei exzellenten Operateuren im Durchschnitt nicht über 1 Prozent.
 
Die Angst vor Stimm- und Sprachstörungen ist bei vielen Patienten groß, aber in der Hand versierter Chirurgen in der Regel unbegründet.
 
Kalziummangel
 
Auch die Nebenschilddrüsen liegen anatomisch sehr nahe an der Schilddrüse und können daher bei ausgedehnten Operationen unbeabsichtigt beschädigt oder entfernt werden.
 
In den Nebenschilddrüsen wird Parathormon gebildet. Dieses Hormon steuert die Blutkonzentration von Kalzium, wodurch wiederum die Nerven- und Muskelfunktion sowie der Knochenstoffwechsel beeinflusst werden. Kommt es durch die OP zu einem Mangel an Parathormon (Hypoparathyreoidismus), fällt die Kalziumkonzentration im Blut ab. In Folge stellen sich Missempfindungen wie Kribbelgefühle oder Muskelkrämpfe ein, die medikamentös durch Calcium- und/oder Vitamin-D-Präparate behandelt werden.
 
Das Risiko für diese Komplikation variiert je nach Operationsverfahren, liegt bei einem erfahrenen Schilddrüsenspezialisten jedoch bei allenfalls 1 Prozent.
 
 
 

Kontakt zur Klinik

 
Chefarzt:
Dr. med. Andres Gonzalez-Abel
 
Facharzt für Allgemein-,
Viszeral- und Gefäßchirurgie,
 
Zusatzbezeichnung spezielle Viszeralchirurgie,
Zusatzbezeichnung Koloproktologie,
endovaskulärer Chirurg
 
Mitgliedschaften: 
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie,
Arbeitsgemeinschaft Koloproktologie
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie
Ärzte ohne Grenzen e.V.
 
Chefarztsekretariat:
Petra Nikolay
 
Tel.:  (0 20 41) 1 06 - 12 01
Fax:  (0 20 41) 1 06 - 12 09
Chir. Ambulanz:  (0 20 41) 1 06 - 12 50