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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Duisburg-Essen

Neue Immuntherapie bei Erdnussallergie für Kinder und Jugendliche
 

Die Kinder- und Jugendklinik des Marienhospitals Bottrop ist eines der wenigen Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen, die die neue Immuntherapie gegen Erdnussallergie bei Kindern und Jugendlichen - unter stationären Bedingungen einleiten kann und die weitere ambulante Behandlung übernimmt – berichtet Chefarzt Dr. Mirco Kuhnigk.

Vereinbaren Sie bitte einen Gesprächstermin mit uns - wir stehen Ihnen gerne für eine Beratung zur Verfügung:

Telefon 02041/ 106-1501


Die Therapie / Behandlung:



Weitere Informationen zum Thema Erdnussallergie

Was ist eine Erdnussallergie?
Die Zunge kribbelt, die Lippen brennen, der Bauch schmerzt – anhand dieser oder ähnlicher Symptome kann sich eine Erdnussallergie bemerkbar machen. Bei einigen Betroffenen hat der Kontakt mit lediglich einer Spur des Allergens schwerwiegendere Folgen, die mitunter lebensbedrohlich sein können.
Eine Erdnussallergie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen betreffen kann.​ Zwischen 0,5 und 1 Prozent der Kinder in Deutschland haben an dieser Form der Allergie zu knabbern1. Der Bedarf an Information ist groß: Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung haben eine Nahrungsmittelallergie2,3,4.
 
Wenn Essen zum Risiko wird
Seit sie denken kann, kämpft auch die 13-jährige Milla aus Berlin mit ihrer Erdnussallergie: Sie hatte schon allergische Reaktionen nach einem Give-me-five-Handschlag mit einem Bekannten, der zuvor Erdnüsse gegessen hatte. Dies ist keine Einzelfallgeschichte: Erdnüsse zählen zu den häufigsten und stärksten Auslösern schwerer allergischer Reaktionen, der sogenannten Anaphylaxie. Sie kann mehrere Regionen des Körpers gleichzeitig erfassen: Hautausschläge, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, der Kreislauf kann kollabieren. 

Erdnüsse ein Leben lang tabu
Für Menschen mit Erdnussallergie heißt es ein Leben lang: Erdnüsse sind verboten. Aber so einfach ist diese Vermeidungsstrategie nicht einzuhalten. Untersuchungen zeigen, dass 60 Prozent der Kinder über einen Zeitraum von fünf Jahren unbeabsichtigt mit Erdnüssen in Kontakt kommen5. Einige Betroffene schützen sich sogar mit einem Hund als ständigem Begleiter, der Spuren von Erdnüssen erschnüffeln kann. Das allergieauslösende Erdnussprotein kommt nicht nur in Flips, Erdnussbutter oder asiatischen Gerichten vor. Es kann auch in Süßigkeiten, Backwaren und Fertiggerichten enthalten sein, übertragen etwa durch Produktions- und Verpackungsanlagen. Auch bei privaten Einladungen, im Urlaub, bei der Klassenfahrt oder dem Sommerfest – also überall, wo Lebensmittel und Essen eine Rolle spielen – kann es zu einem zufälligen Kontakt kommen. Daher sind Betroffene auf das Verständnis und die Unterstützung ihrer Mitmenschen angewiesen.

Seelische Belastung 
Die Dauergefahr erzeugt Stress. Die aktuelle, erst 2020 publizierte Studie APPEAL-1 zur Lebensqualität von Erdnussallergiker:innen6 fand in Deutschland bedenkliche psychosoziale Folgen: Gut die Hälfte (52 Prozent) der Betroffenen litten besonders häufig unter Angst in Verbindung mit ihrer eigenen Erdnussallergie oder der eines Familienmitglieds. 65 Prozent berichten von sozialer Isolation und 43 Prozent von Schikanen. Sehr oft wird die Erdnussallergie daher von den Betroffenen verheimlicht. 


Was auch alle diejenigen wissen sollten, die nicht von dieser Nahrungsmittelallergie betroffen sind:



Unter www.leben-mit-erdnussallergie.de stehen Ihnen weitere Informationen zur Verfügung.​
Leben mit Erdnussallergie ist eine Initiative der Aimmune Therapeutics Germany GmbH, München. Gemeinsam mit Betroffenen, Patientenorganisationen, Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen setzt sie sich für die Bedürfnisse von Erdnussallergiker:innen und gegen die Stigmatisierung durch ihre Krankheit ein. Das Ziel ist der offene Dialog und ein gegenseitiges Verständnis von Betroffenen und Nichtbetroffenen. www.leben-mit-erdnussallergie.de.

Quellen:
1) bea – Stiftung zur Behandlung von Erdnussallergien. Online verfügbar unter: www.bea-stiftung.com. Zuletzt abgerufen 1. Juni 2021.
2) Bergmann KC, Heinrich J & Niemann H. Aktueller Stand zur Verbreitung von Allergien in Deutschland. Allergo J 25, 22–26 (2016). 
3) Langen U, Schmitz R, Steppuhn H. Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Bundesgesundheitsbl 2013·56:698–706. 
4) Gupta RS, Warren CM, Smith BM, Jiang J, Blumenstock JA, Davis MM, Schleimer RP, Nadeau KC. Prevalence and Severity of Food Allergies Among US Adults. JAMA Netw Open. 2019 Jan 4;2(1):e185630. 
5) Vander Leek TK, Liu AH, Stefanski K, et al. The natural history of peanut allergy in young children and its association with serum peanut-specific IgE. J Pediatr 2000;137(6):749–55. 
6) DunnGalvin A, Blumchen K, Timmermans F, et al. APPEAL-1: A multiple country European survey assessing the psychosocial impact of peanut allergy. Allergy 2020 Nov; 75(11):2899–2908.
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 Kontakt zur Klinik

 
Chefarzt:
 
Dr. med. Mirco Kuhnigk
 
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
 
Zusatzbezeichnungen:
Neonatologe, Pulmonologe, Allergologe,
Diabetologe DDG,
Kinderschutzmediziner
 
 
Chefarztsekretariat:
 
Maria Zervoulis
 
Tel.:  (0 20 41) 1 06 - 15 01
Fax:  (0 20 41) 1 06 - 15 09
 
 
Termine / Rezepte / Aufnahme:  
Tel.: (0 20 41) 1 06 - 15 50
Terminvergabe: 11.00-15.00 Uhr
 
Sprechzeiten:  
nach Vereinbarung​
 

 Informationen

 
Was auch alle diejenigen wissen sollten, die nicht von dieser Nahrungsmittelallergie betroffen sind: